LuxLeaks-Affäre

Null Bock auf Aufklärung

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Leistungsgesellschaft

Mir [ist] unverständlich, wie sich in einer Gesellschaft, die sich als Leistungsgesellschaft versteht, Arbeit – die ja ganz offensichtlich Leistungserbringung bedeutet – so viel höher besteuert werden kann, als Erbschaften, die leistungsfrei erlangt werden.

Aus: Regina Bruckner, Interview mit Jens Beckert – „Erbe und Arbeit gleich besteuern“ | derStandard

Luxemburg ist das Problem …

… aber es ist nicht das einzige.

Das Kernproblem ist in Wahrheit der internationale Steuerwettbewerb. […]

Jedes Land richtet sein Angebot an andere Kunden. Das Ergebnis ist gleich: Findige Firmen können sich günstigste Varianten aussuchen, die Allgemeinheit zahlt drauf. […]

Aber an dem Grundproblem ändert man bewusst nichts. Man wolle den Steuerwettbewerb nur fairer machen, sagt Deutschlands Finanzminister Schäuble. Aber dieser Ansatz ist aus Sicht der Bürger falsch: Unternehmer sollen konkurrieren, indem sie Innovation fördern, um gute Mitarbeiter kämpfen, kreative Ideen forcieren und nicht indem sie ständig versuchen, ihre Abgabenlast zu minimieren.

Aus: András Szigetvari – Luxemburg ist nicht das Problem | derStandard

dazu passend:

Leider ist das Thema Globalisierung, das Aspekte wie das international agierende Kapital, die ihm zuarbeitenden Politik in einen Zusammenhang mit der Entgrenzung der Produktion, mit Klimaschäden, mit der Vergiftung der Luft, der Böden und Flüsse, mit der globalen Erwärmung, mit der Zurückdrängung von Arbeitnehmerrechten, mit der Ausbreitung des internationalen Terrors usw. setzt, nicht mehr en vogue. Einzelaspekte dominieren die Diskussion, was aber auch angesichts der Komplexität des Themas Globalisierung nicht weiter verwunderlich ist. Selbst die Aufarbeitung der Luxemburg-Leaks ist nur noch im globalen Verbund möglich, den es Gott sei Dank gibt. Das International Consortium of Investigative Journalists (ICIJ) koordinierte dazu mehr als 80 Reporter rund um den Globus, darunter ein Team von Süddeutscher Zeitung, NDR und WDR sowie der britische Guardian und Le Monde aus Paris.

Quelle: nachdenkseiten.de

Piketty, Bofinger und der Spiegel

Bofinger behauptet, Piketty würde behaupten […] die Marktwirtschaft würde […] immer die Ungleichheit erhöhen. Das aber, so Bofinger, würde durch Pikettys eigene Daten widerlegt – denn wie die rot-gestrichelte Linie in der oben dargestellten Abbildung zeigt, lag die Kapitalertragsrate doch im ganzen 20. Jahrhundert unterhalb der Wachstumsrate! Piketty müsse also laut Bofinger “schlaflose Nächte” haben, weil seine Theorie nicht zu seinen eigenen Daten passen würde. So rettet Bofinger den Kapitalismus, weil sich die Marktwirtschaft trotz geringer Renditen im 20. Jahrhundert prächtig entwickelt habe.

[…] der ganze Witz an Pikettys Argument: Vor Steuern hat sich die Kapitalrendite im 20. Jahrhundert kaum von derjenigen vorheriger Jahrhunderte unterschieden (siehe die blaue Linie in der obigen Abbildung), nach Steuern aber gewaltig!

In der Abbildung, die im Spiegel zum Bofinger-Interview zu sehen ist, ist die Vorsteuerrendite gar nicht abgebildet. Der Spiegel zeigt nur die Rendite nach Steuern, erwähnt das aber gar nicht, sondern beschriftet die Nachsteuerrendite nur unqualifiziert als “Kapitalrendite”. Hier suggerieren Spiegel und Bofinger, die geringe Rendite im 20. Jahrhundert sei ein Marktergebnis gewesen. Piketty verwendet aber mehrere hundert Seiten darauf, genau zu erklären, dass die geringe Rendite im 20. Jahrhundert eben kein Marktergebnis, sondern das Ergebnis bewussten politischen Handelns war, nämlich der hohen Besteuerung.

Quelle: blog.zeit.de/herdentrieb

Welcher Wert wird auf den Bermudas geschaffen?

11.10.2013:
Google verschiebt für Steuertrick Milliarden nach Bermuda

17.10.2013:
Google scheffelt Milliarden mit Werbeeinnahmen

18.10.2013:
Quartalszahlen 3/2013: 14,9 Milliarden Dollar Umsatz, 36% Gewinnanstieg

Google-Aktie erstmals über 1000 Dollar

19.10.2013:
Abgaben: Wie sich Amazon und Co. arm rechnen

22.10.2013:
EU will an das Steuergeld der IT-Riesen
„Höhepunkt des folgenden Streits war, als Matt Brittin (Google) bekannte, dass der Internetgigant in Europa kaum Steuern bezahlt und das nicht zuletzt, weil der Konzern seine Patente auf den Bermudas registriert und Gewinne dorthin verlagert. „Welcher Wert wird auf den Bermudas geschaffen?“, wollte die Abgeordnete Margaret Hodge dreimal von Brittin wissen. Er blieb die Antwort schuldig.“

25.10.2013:
IT-Konzerne geben Millionen für Lobbying aus