Kollateralschande

Liebe Leser, lasst uns mal das Wort Kollateralschande einführen.

Das ist die Schande, Dinge nicht verhindert zu haben. Die Schande, die an jedem von uns haftet, weil unsere Regierung in unserem Namen Flüchtlinge im Mittelmeer absaufen lässt. Weil unsere Geheimdienste die Daten liefern, mit denen dann Drohnenmorde gezielt werden.

Es ist unsere Regierung, wir sind für deren Untaten verantwortlich.

Je nach persönlicher Ethikausprägung und Zuständigkeitsgefühl wäre auch Guantanamo und die Drohnenmorde an sich unsere Kollateralschande.

Quelle: blog.fefe.de

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Alles wird gut

Die Europäische Union kann sich keine Untätigkeit mehr leisten. Vermutlich wird erstmal  eine Task-Force ins Leben gerufen, die die Gründung einer Sonderkommission koordiniert. Dann sieht man weiter.

Quelle: extra3.blog.ndr.de

Gleichgültigkeit

Neulich habe ich die Geschichte der Syrerin Soha recherchiert. Sie wollte mit ihren vier Töchtern im Alter von drei bis zwölf Jahren übers Mittelmeer nach Europa fliehen. Ihr Boot ging nicht weit von der ägyptischen Küste unter. Soha hatte als Einzige eine Schwimmweste an und ihre vier Töchter klammerten sich an sie. Soha strampelte, um über Wasser zu bleiben, weil eine Schwimmweste nicht fünf Menschen trägt. Sie wusste, sie musste einige ihrer Töchter loslassen, damit irgendwer überlebt. Aber sie konnte sich nicht entscheiden und wartete einfach ab. Zuerst ließ ihre dreijährige Tochter los, die neben ihr nachts im Mittelmeer wegtauchte. Dann die zweite und dann die dritte Tochter. Schließlich zog die ägyptische Küstenwache sie und ihre älteste Tochter aus dem Wasser, damit sie uns diese Geschichte noch erzählen kann. Ich denke mir oft, dass man in Österreich über die Gnade seines Geburtsortes nachdenken sollte. Dass es reiner Zufall ist, dass man dort und nicht in Aleppo, Hama oder Homs geboren ist. Das ist für mich das beste Rezept gegen Überheblichkeit und Gleichgültigkeit gegenüber dem, was nur dreieinhalb Flugstunden von mir entfernt jeden Tag passiert.

Aus: Florian Klenk, Interview mit Karim El-Gawhary | Falter

Todeszone Mittelmeer: 2014 sind 3.400 Menschen ertrunken

Festung Europa

„Da kann ich als EU-Bürger und Mensch nur laut aufschreien, wenn in meinem Namen und mit meinem Geld mit Gummigeschossen und Tränengas auf im Meer schwimmende Menschen geschossen wird“

Heinz Patzelt, Generalsekretär von Amnesty International Österreich

 

Quelle: oneworld.at

Festung Europa

Im Betroffenheitspathos ist man in Europa gerne groß – zuletzt, als vor Lampedusa fast 400 Menschen auf der Flucht elend ertranken. In Sachen Solidarität, gemeinsame Verantwortung und Menschenrechtspolitik, die diesen Namen verdient, wirkt die Festung Europa eher klein.

[…]
Stattdessen pflegt die gesamte Union konsequente Verweigerungshaltung: nur nicht zugeben, dass man längst zum Einwanderungskontinent geworden ist, dann muss man sich auch nicht über die daraus folgenden Konsequenzen Gedanken machen.

Quelle: derstandard.at