Drittes Hilfspaket

Quelle: harmbengen.de

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Von Privat zu Staat

  • Warum kommen Grossbanken und Hedgefonds für ihre grobfahrlässigen Geldanlagen in Griechenland nicht zur Kasse?
  • Wie konnten sie ihre Risiken vor allem in Deutschland und Frankreich an die Steuerzahlenden überwälzen?
  • Warum wollen die EU-Institutionen Griechenland (und Portugal, Irland, Spanien oder Italien) keinen Schuldenerlass gewähren, während sie gleichzeitig die europäischen Grossbanken mit jährlich über 300 Milliarden Dollar subventionieren?
  • Wer trägt dafür die Verantwortung?

Antworten: Tabuthema Großbanken – Urs P. Gasche

Staatsschulden

Die Frage, wie man eine Umstrukturierung staatlicher Schulden managt, um die Schulden auf ein langfristig zu bewältigendes Niveau zurückzuführen, ist also drängender denn je. Das aktuelle System vertraut in übertriebener Weise auf die „Tugenden“ des Marktes. Streitigkeiten werden im Allgemeinen nicht auf der Grundlage von Regeln, die eine faire Beilegung gewährleisten, sondern durch Verhandlungen zwischen unterschiedlich starken Parteien gelöst, bei denen die Reichen und Mächtigen den anderen normalerweise ihren Willen aufzwingen. Die daraus resultierenden Ergebnisse sind im Allgemeinen nicht nur ungerecht, sondern auch ineffizient.

Diejenigen, die behaupten, dass das System gut funktioniert […] Was sie wirklich meinen, ist natürlich, dass die schwachen Länder in der Regel kuschen. Doch zu welchen Kosten für ihre Bürger? Wie gut funktionieren diese Umstrukturierungen? Wurde das Land damit auf einen nachhaltigen Schuldenpfad gestellt? Weil sich die Verteidiger des Status quo diese Fragen nicht stellen, folgt allzu oft eine Schuldenkrise auf die nächste.

Die Umstrukturierung der griechischen Schulden 2012 ist ein Paradebeispiel hierfür. Das Land hielt sich an die „Regeln“ der Finanzmärkte und schaffte es, die Umstrukturierung in kürzester Zeit umzusetzen. Aber die Vereinbarung war eine schlechte und trug nicht zu einer Erholung der Volkswirtschaft bei. Drei Jahre später bedarf Griechenland verzweifelt einer neuen Umstrukturierung.

Aus: Rechtliche Regeln für Staatsschulden – Joseph E. Stiglitz

Ja, aber, aber …

Habt ihr das auch gehört? Die ganze Kohle, die Europa nach Griechenland abdrückt! Oh Mann, was wir da für ein Geld verlieren! Und alles zahlt der arme Steuerzahler!1!!
Hier die Realität:

Die häufig gestellte Frage, was die Griechenlandhilfe die deutschen Steuerzahler bisher gekostet hat, ist schnell beantwortet: Nichts. […] Teuer wird es erst, wenn Griechenland pleitegeht und die Kredite nicht mehr bedienen kann. Bis dahin verdient der Bundesfinanzminister sogar an der Griechenlandrettung: Seit 2010 hat er aus Athen Zinsen in Höhe von 360 Millionen Euro bekommen.

Ja, aber, aber … die faulen Griechen! Die unser ganzes Geld kriegen, ohne dafür was geleistet zu haben!1!!

Das wirft die Frage auf: Was haben die Griechen mit den Milliarden gemacht? Die Antwort: Gar nichts. Denn die meisten Hilfsgelder kamen nie in Griechenland an.

Für aufmerksame Blogleser ist das jetzt keine Überraschung, aber man muss in solchen Dingen ja immer wiederholen, damit die Leute nicht den Wiederholungen der Lügen glauben.

Quelle: blog.fefe.de