Welt- und Menschenbild

… bei der es in erster Linie darum geht, die Massen durch Arbeit zu organisieren und damit gefügig zu machen. Dabei spielt es nicht die geringste Rolle, ob das Pharaonen tun, Parteien, Staaten oder Konzerne. Tätigkeit sorgt dafür, dass die Leute nicht auf dumme Gedanken kommen. Daher findet es kaum jemand problematisch, wenn man – wie mit Milliardensubventionen für Branchen und Regionen – auf „Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen“ setzt.

Aber wehe, wenn jemand auch nur einen Teil dieser Mittel als bedingungsloses Grundeinkommen fordert: Dann ist Feuer unterm Dach, dann wird es emotional. Sicher: Rational begründen kann das niemand.

Es geht in Wahrheit nicht ums Geld, es geht um das Beibehalten eines überkommenen Welt- und Menschenbildes.

Aus: Mehr Faulheit wagen! – Wolf Lotter

Gegeneinander ausgespielt

Während auf wirtschaftspolitischer Ebene die Milliarden für Systeme fließen, die „too big to fail“ sind, wird bei sozialpolitischen Agenden auf die Verknappung finanzieller Ressourcen hingewiesen. Und während auf nationaler und internationaler Ebene Politik gemacht wird, die Armut produziert, wird auf nationaler Ebene politisches Kleingeld daraus geschlagen. Die äußerst heterogenen, armutsbetroffenen Bevölkerungsgruppen werden zu Bedroherinnen und Bedrohern des Systems hochstilisiert, die aufgrund ihrer Faulheit, ihrer Unfähigkeit oder ihrer Herkunft jenen Kuchen essen, den die Fleißigen und Tüchtigen täglich backen. Dadurch werden die Gesellschaft als Ganzes und besonders schutzbedürftige Teile der Bevölkerung gegeneinander ausgespielt und jegliche Solidarität verhindert.

Aus: Der „Solidarity-Storm“ für Obdachlose – eine Heuchelei | Christian Zahrhuber

Bizarr

… es ist bizarr, dass die mediale Öffentlichkeit in Deutschland mit einer herablassenden Sündenbockrhetorik wieder Rassismus schürt, ernsthaft von „Wirtschaftsflüchtlingen“, „faulen Griechen“ und „Schmarotzern“ spricht, anstatt die offensichtliche Unmenschlichkeit europäischer Innen- wie Außenpolitik anzuklagen.

Aus: Europa. Anders. Machen. via maskenfall.de

Extremistische Mitte

… auf welch erbärmliches und jämmerliches Niveau wir als Kritische Beobachter des Zeitgeschehens uns im Kampf um eine »bessere Welt« schon zurückgezogen haben. Auf der einen Seite wird mit Milliardenaufwand systematische Gehirnwäsche, Menschendressur und Korruption im großen Stil betrieben — und wir reden über Gemüseanbau, Schuhsohlen-Kleben und »Konsumverzicht«. … im Kern ist alles nicht falsch. Rückzugsgefechte und symbolisches Symtpomgeplänkel, um sich in einer immer beschisseneren Welt wenigstens noch halbwegs behaglich einzurichten — bzw. es einfach nur besser ertragen zu können…

So lange man die große Masse aus der extremistischen Mitte an Mitläufern (die überwiegend dieses System will und am Laufen hält) nicht umstimmt, wird gar nichts relevantes besser… Und genau dafür sehe ich absolut keinerlei nennenswerte Ansätze, dieses Problem zu lösen. Selbst die kritischen Teile der Gesellschaft weigern sich, dieses Problem zu sehen. Nicht umsonst wird gerne »die Regierung« für alles verantwortlich gemacht — aber nicht jene große Masse an Idioten aus Lohnarbeits– und Konsumzombies, die diese neoliberal-marktfaschistische Regierung (in versch. Farbtönungen) regelm. wählt — oder auch durch bequeme Nichtwahl zumindest nicht verhindert…

Kommentar von Dennis82 zu „Und es gibt Alternativen!

Kollateralschande

Liebe Leser, lasst uns mal das Wort Kollateralschande einführen.

Das ist die Schande, Dinge nicht verhindert zu haben. Die Schande, die an jedem von uns haftet, weil unsere Regierung in unserem Namen Flüchtlinge im Mittelmeer absaufen lässt. Weil unsere Geheimdienste die Daten liefern, mit denen dann Drohnenmorde gezielt werden.

Es ist unsere Regierung, wir sind für deren Untaten verantwortlich.

Je nach persönlicher Ethikausprägung und Zuständigkeitsgefühl wäre auch Guantanamo und die Drohnenmorde an sich unsere Kollateralschande.

Quelle: blog.fefe.de