Kollateralschande

Liebe Leser, lasst uns mal das Wort Kollateralschande einführen.

Das ist die Schande, Dinge nicht verhindert zu haben. Die Schande, die an jedem von uns haftet, weil unsere Regierung in unserem Namen Flüchtlinge im Mittelmeer absaufen lässt. Weil unsere Geheimdienste die Daten liefern, mit denen dann Drohnenmorde gezielt werden.

Es ist unsere Regierung, wir sind für deren Untaten verantwortlich.

Je nach persönlicher Ethikausprägung und Zuständigkeitsgefühl wäre auch Guantanamo und die Drohnenmorde an sich unsere Kollateralschande.

Quelle: blog.fefe.de

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Alles in Ordnung

Glenn Greenwald über ein aktuelles Drohnenmordopfer Obamas. Vergesst nicht, dass Obama hier — wie auch bei den anderen Drohnenmorden — persönlich den Mord abgenickt hat. Und DIE haben die Stirn, anderen Terrorismus vorzuwerfen!

Mohammed’s older brother Maqded said he “saw all the bodies completely burned, like charcoal” – undoubtedly quite similar to the way the Jordanian combat pilot looked after he was burned alive last month by ISIS. That’s not an accident: the weapons the U.S. military uses are deliberately designed to incinerate people to death. The missiles shot by their drones are named “Hellfire.” Of his younger, now-deceased 13-year-old brother, Maqded told the Guardian: “He wasn’t a member of al-Qaida. He was a kid.”

Und alle machen weiter, als sei alles in Ordnung.

Quelle: blog.fefe.de

dazu passend:

USA wollen Kriegsdrohnen exportieren

Der CIA-Folterreport

Die Foltermethoden der CIA kennen offenbar, wie es dem im Dezember 2014 vorgelegten Report zu entnehmen ist, keine Grenzen. Eine größere Verhöhnung und Beschädigung der westlichen Werte ist nach menschlichem Ermessen nicht mehr vorstellbar.

[…] die in den USA veröffentlichten Meinungsumfragen [lassen] für Optimismus wenig Raum. Eine deutliche Mehrheit der US-Amerikaner billigt die Foltermaßnahmen und diskutiert nicht über deren Zulässigkeit beziehungsweise Unzulässigkeit, sondern allenfalls über deren Nützlichkeit.

[…] In ihrem „Krieg gegen den Terror“ entziehen sich die Vereinigten Staaten nicht nur dem nationalen, sondern auch dem internationalen Recht. Ihr Krieg ist archaisch und schrankenlos: Menschen wurden weltweit entführt, in Geheimgefängnissen gefangen gehalten und gnadenlos gefoltert. Mit Drohnen werden bis heute in unterschiedlichsten Ländern tatsächliche und vermeintliche Terroristen hingerichtet. Dass dabei auch Frauen und Kinder, die sich im Wirkungskreis der Bomben aufhalten, ermordet werden, wird in Kauf genommen und zynisch als „Kollateralschaden“ abgetan.

Aus: Wolfgang Nešković, Der CIA-Folterreport – ein einzigartiges zynisches Dokument | Peira

Mediale (Nicht-)Berichterstattung

„Nachdem ich auf allen Kontinenten der Erde gelebt habe, bin ich zu der Überzeugung gelangt, dass die Menschen im Westen die indoktriniertesten, am schlechtesten informierten und am wenigsten kritischen auf der ganzen Welt sind, wobei es natürlich manche Ausnahmen, wie Saudi Arabien, gibt. Doch die Menschen im Westen sind vom Gegenteil überzeugt und bilden sich ein, das bestinformierte und „freieste“ Volk der Erde zu sein.“

Noam Chomsky und Andre Vltcheck. Der Terrorismus der westlichen Welt. Von Hiroshima zu den Drohnenkriegen.

Aus: Sascha Pommrenke – Der Terrorismus der westlichen Welt – Teil 1 | Telepolis

Wieso .. Geheimdienste?

Die Geheimdienste – mächtige Staaten im Staat – leben dank digitaler Möglichkeiten und hunderter Milliarden Steuergelder eine Überwachungsmanie aus, wie sie die Menschheit noch nicht kannte. Unsere Politiker haben diese wahnwitzigen Grundrechtsbrüche über Jahre und Jahrzehnte mitgetragen, mitgewusst oder mindestens beflissen weggeschaut. […]

Sascha Lobo schrieb dazu:

„Wer ganze Länder vollständig ausforscht, wer Millionen hosenloser Bürger ohne jeden Verdacht heimlich per Webcam fotografiert, wer mit absurd hoher Fehlerquote Daten sammelt, um namentlich nicht bekannte, vermeintliche Vielleichtterroristen samt Umstehender per Drohne zu ermorden – der schreckt vor nichts zurück.“

Die vermeintliche Existenzberechtigung der Überwachung […] ist der Terrorismus, der uns ständig bedroht. […]

Rein statistisch gesehen starben in England von 2000 bis 2010 pro Jahr an folgenden Ursachen diese Anzahl Menschen:

Terrorismus: Fünf Menschen.
Bienenstiche: Fünf Menschen.
Ertrinken in der Badewanne: 30 Menschen.

Der Politikwissenschaftler Andreas Busch schreibt dazu:

„Als objektive Gefahr ist der Terrorismus als Todesursache schon immer statistisch unbedeutend gewesen, darüber herrscht in der Literatur Einigkeit.“

[…] lässt man sich horrende Steuererhöhungen gefallen? Raffgierige Finanzämter? Willkürliche Polizisten? Nein. Wieso dann außer Kontrolle geratene Geheimdienste?

Aus: Friedemann Karig – Befallen vom Überwachungsvirus | Deutschlandfunk

dazu passend:

Großbritannien: Überwachung von Kindern, die Terroristen werden könnten

Taliban-Kommandeur

Der Lebensmittelstand ist völlig zerstört. Daneben liegen zerfetze Körperteile des Besitzers, des 21-jährigen Sadiq Rahim Jan. Das Leben des jungen Afghanen nahm im Juli 2012 durch einen Drohnenangriff ein jähes Ende.

Seine Familie verlor nicht nur ihren Hauptversorger – Sadiq kümmerte sich um seine Eltern wie um seine drei Geschwister, sondern musste auch erleben, wie er von mehreren afghanischen Medien posthum zum „Taliban-Kommandeur“ erklärt wurde. […]

Warum er zum Ziel eines Drohnen-Piloten wurde, der vielleicht im amerikanischen Langley oder im deutschen Ramstein saß, weiß niemand.

Aus: Emran Feroz – Drohnenkrieg in Afghanistan: Zu Taliban umdeklariert | taz

Folterprogramm – …programm

Ein kurzer Hinweis noch zu dem Foltern. Es ist ja nicht so, als wäre überhaupt niemand juristisch verfolgt worden für das Foltern. Aber nein, mein Herr! Obamas Junta hat jemanden verfolgt.Den Mann, der den Medien erzählt hat, dass es das Folterprogramm gibt. Der Mann heißt John Kiriakou und sie haben natürlich sofort ein Exempel an ihm statuiert.

Quelle: blog.fefe.de

dazu passend: ZDF-“heute”: 2 Minuten Bericht über US-Folter ohne das Wort Folter

und weiter:

Quelle: stuttmann-karikaturen.de

Die Kriegsmoral der Drohne

Wie können wir sicherstellen, dass ein Krieg, der so geführt wird, nicht zu einer Jagdpartie wird? Dass Krieg nicht bloß die Entscheidung eines Einzelnen aus Lust und Laune wird?

Die Frage hat sich schon Kant gestellt. Die Republik war seine Antwort darauf, denn wenn die Bürger und Wähler „mit ihrem Körper zahlen müssen“, wie es Chamayou sagt, kommt es zum demokratischen Pazifismus: ein Krieg wird nicht gern begonnen, man könnte ja seine Wähler verlieren. Mit Drohnen funktioniert dieses Kriegsmoralrecht nicht mehr. Der Staat kann nun tun was er will, der Einsatz ist vom Leben des Bürgers entkoppelt, den es nicht betrifft und deshalb auch nicht mehr kümmert.

Aus: Louise Beltzung – Philosophie der Drohnen | Motherboard