Religiöse Erziehung

Religiöser Erziehung wohnt ein Schadenspotential inne, das direkt aus der Wurzel wächst. Es hat nämlich weniger mit ihren Inhalten zu tun […] sondern vielmehr mit der Art und Weise des Denkens, die durch sie befördert wird. Der Inbegriff des aufgeklärten Denkens ist es, sich dem eigenen Verstand zu bedienen, jede Behauptung zu hinterfragen und ihre Rechtfertigung auf Vernünftigkeit zu prüfen. Der Inbegriff des religiösen Denkens ist die Orientierung an Autoritäten und an den Dogmas der Religion.

[…] Ansichten, die mit dem Verweis auf Autoritäten und Dogmas begründet werden, stehen auf losem Fundament. Jeder Mensch, der sich in seinen moralischen Auffassungen vornehmlich nach solchen Kriterien richtet, ist stark beeinflussbar, erliegt rascher seinen Affekten, ist auch neuen Autoritäten und entsprechend auch anderen Auslegungen leichter zugänglich, ist radikalisierbar.

Ein erster Schritt, um diesem Umstand zu begegnen, muss die Schaffung eines verpflichtenden Ethikunterrichtes sein, der allen Schülern ungeachtet ihrer Weltanschauung eine aufgeklärte Denkweise im Umgang mit moralischen Fragen beibringt. Ethik muss in unserem Bildungssystem endlich den Status einer philosophischen Disziplin erhalten, die im Angesicht der sozialen und ökologischen Tragweite unseres Handelns als Konsumenten und als politische Bürger enorme gesellschaftliche Relevanz hat. Die Religion kann dies nicht leisten. So wichtig sie offenkundig für die Gestaltung des persönlichen und privaten Lebens gläubiger Menschen ist, so ungeeignet ist sie für die moralische Erziehung unserer Kinder in dieser komplizierten Welt. Wer dies nicht zugesteht, fügt unserer Gesellschaft nachhaltigen Schaden zu, dessen Ausmaß noch gar nicht einzuschätzen ist.

Aus: Mahiat – Zum Schaden durch religiöse Erziehung | Nachtliteratur

Gering Qualifizierte

Gering Qualifizierte als einer der sozial verwundbarsten Gruppen unserer Gesellschaft wird höchste Exklusionsgefahr attestiert und individuelle Qualifizierung als Selbstrettung a la Münchhausen empohlen. Damit entledigt sich die Gesellschaft der sozialen Verantwortung für ihre gefährdetsten Teile. In einer Situation, in der sie am dringendsten benötigt wird, füllt der abgemagerte Staat bzw. der neu gemanagte öffentliche Dienst seine strategische Inklusionsfunktion für diese Gruppen immer weniger aus.

…als Lösungsansatz wird ihnen von allen Seiten individuelle Qualifizierung als Allheilmittel angetragen, ganz so, als ob sich damit zusätzliche Arbeitsplätze für ihre Reintegration in den Arbeitsmarkt schaffen ließen!

… Der öffentliche Dienst bildete daher für gering Qualifizierte eine realistische Chance ihre durch das Bildungssystem erlittene soziale Benachteiligung zumindest insofern teilweise zu kompensieren, als er ihnen erweiterte Möglichkeiten sozialer Teilhabe offerierte.
Allerdings bleibt der öffentliche Dienst selbst nicht von diesen Prozessen der Vermarktlichung verschont.

Aus: Manfred Krenn – Gering Qualifizierte – die Parias der Wissensgesellschaft und die Schutzfunktion des öffentlichen Dienstes | Arbeit&Wirtschaft

Zeig mir deine Eltern

Ganz nach dem Motto „Zeig mir deine Eltern und ich sag dir deine Bildung“ lässt sich am österreichischen Schulsystem nach wie vor eine starke Vererbung von Bildungsmöglichkeiten und –chancen nachzeichnen. Durch die Individualisierung von Erfolg und Misserfolg bleiben strukturelle Mechanismen unangetastet. Die Verantwortung verlagert sich vom Kollektiv hin zum Individuum.

Bildungswege werden auf individuelle, scheinbar rational getroffene Entscheidungen zurückgeführt und gleiche Chancen propagiert, während es gelingt, selektive Mechanismen zu verschleiern. Die Vorstellung, Bildung sei ein gesellschaftlich wertvolles Gut, dient der Absicherung der Position jener Gruppen, die durch das Bildungssystem gefördert werden und letztlich leitende Funktionen innerhalb der Gesellschaft einnehmen. Überspitzt formuliert könnte man sagen, es sollen ruhig alle versuchen ihre Bildungslaufbahn so lang wie möglich fortzusetzen, um später zu akzeptieren, dass jene die es „geschafft“ haben, eben „besser“ sein müssen und sich mehr angestrengt haben als andere. Der Faktor der institutionalisierten Ungleichbehandlung und die daraus resultierende Ungleichheit gerät aus dem Blickfeld und ist damit selten Gegenstand öffentlicher Diskussionen.

Aus: Anna Palienko & Claudia Friesinger – Soziale Selektion von Anfang bis Ende | Arbeit&Wirtschaft

dazu passend:

Demokratischer Elitismus

Diese Themen müssen angegangen werden

Auszüge aus einem Interview von Edward Snowden Anfang Oktober mit Vertretern der amerikanischen Wochenzeitung ‘The Nation’:

… Wir sind eine repräsentative Demokratie. Aber … Wir haben das Recht zur Revolution. … Wenn die Regierung oder die Parteien sich nicht um unsere Bedürfnisse kümmern, tun wir es eben selbst. Es geht um direkte Aktionen, um zivilen Ungehorsam. … Wir müssen wissen, dass ziviler Ungehorsam vor allem Ungehorsam sein muss, um wirksam zu sein. Wenn wir uns einfach nur an die Regeln halten, die ein Staat uns auferlegt, während er sich selbst konträr zum öffentlichen Interesse verhält, dann verbessern wir nicht wirklich etwas. Wir ändern nichts.

… Und wir leben nicht in einer Zeit der Revolutionen. Die Menschen sind nicht darauf vorbereitet, sich gegen die Mächtigen aufzulehnen. Wir haben ein Bildungssystem, das mehr ein Euphemismus für Indoktrination ist. Es ist nicht darauf ausgelegt, kritische Geister hervorzubringen. Wir haben ein Mediensystem, das sich mit der Regierung einig ist und papageienhaft Phrasen nachplappert, die eine gewisse emotionale Antwort hervorrufen sollen – zum Beispiel „nationale Sicherheit“. Jeder sagt „nationale Sicherheit“ derart, dass wir jetzt diese Formulierung „nationale Sicherheit“ nutzen müssen. Aber es geht gar nicht um nationale Sicherheit, es geht um Staatssicherheit. Und das ist ein entscheidender Unterschied. Wir mögen den Begriff „Staatssicherheit“ in den USA nicht, weil er uns an all die bösen Regimes erinnert. Aber das ist ein Schlüsselkonzept, denn wenn diese Offiziellen im Fernsehen sind, reden sie nicht darüber, was gut für Sie ist. Sie reden nicht davon, was gut die Wirtschaft ist. Sie reden nicht davon, was gut für die Gesellschaft ist.Sie reden über den Schutz und den Erhalt eines nationalen Staatssystems.

… Das Thema, das ich hochgebracht habe, war Massenüberwachung, nicht Überwachung generell. Es ist ok, wenn wir Osama bin Laden abhören. Ich will wissen, was er vorhat – heute natürlich nicht mehr er, aber so in der Art. Mir ist egal, ob das ein Papst ist oder ein bin Laden. Solange Ermittler zu einem Richter gehen müssen – einem unabhängigen Richter, einem richtigen Richter, keinem geheimen – und darlegen, dass es einen realistischen Anlass gibt, eine Genehmigung auszustellen, dann können sie das tun. Und das sollte auch getan werden. Das Problem liegt darin, wenn sie uns alle abhören, en masse, ständig, vor allem ohne jede spezifische Rechtfertigung für eine Überwachung, ohne jede spezifische gerichtliche Darlegung, dass es einen realistischen Grund für diese Verletzung unserer Rechte gibt.

… Ich will große Mächte nicht direkt konfrontieren, die wir mit ihren Waffen nicht schlagen können. Sie haben mehr Geld, mehr Durchschlagskraft, mehr Sendezeit. Wir können ohne eine Massenbewegung nicht wirksam sein, und die amerikanische Bevölkerung ist heute zu bequem, um sich zu einer Massenbewegung zusammenzuschließen. Aber mit wachsender Ungleichheit werden die grundlegenden Bindungen sozialen Zusammenhalts angeregt – wie wir im Zusammenhang mit Occupy Wall Street schon festgestellt haben. Mit steigendem Anspannungsgrad werden die Leute eher bereit sein, sich an Protesten zu beteiligen. Aber jetzt ist nicht der Moment dafür.

… Was meine persönlichen politischen Ansichten angeht, scheinen manche Leute zu glauben, dass ich eine Art Erzlibertarist bin, ein Hyperkonservativer. Aber wenn es um Sozialpolitik geht, finde ich, dass Frauen das Recht auf Selbstbestimmung haben, und dass Ungleichheit ein wirklich wichtiges Thema ist. Als Technologe sehe ich die Trends, und ich sehe, dass Automation unweigerlich immer weniger Jobs bedeutet. Und wenn wir keinen Weg finden, irgendwie ein Grundeinkommen für Arbeitslose zu schaffen, oder sinnvolle Arbeit, dann werden wir soziale Unruhen bekommen, bei denen Menschen umkommen könnten. Wenn die Produktion Jahr für Jahr für Jahr steigt, müssen wir etwas davon in die Gesellschaft reinvestieren. Das braucht nicht dauernd in diesen Venture-Capital Fonds und solchen Dingen konzentriert zu werden. Ich bin weder Kommunist noch Sozialist noch ein Radikaler. Aber diese Themen müssen angegangen werden.

Aus: Edward Snowden: Ein Interview mit ‘The Nation’ – hier ins Deutsche übersetzt! | NachDenkSeiten

Cui bono?

Seit der Industrialisierung ist der Mensch zur Maschine geworden, zum Rädchen im Räderwerk, das laufen muss. Immer galt es, Leistung zu steigern, ja kein Sand im Getriebe zu werden. Fortschritt wurde zur Devise, Disziplin der Schlüssel zum Erfolg, Standardisierung die nötige Voraussetzung für die gigantische Ausrichtung, die in der Globalisierung ungeahnte Ausmaße annahm.

… Die Gegenbewegungen sind stark, vor allem durch wieder erstarkte Religionen. […] Kapitalismus mit seinem Optimierungsdenken hier, religiöse Angstkultur dort. Es fehlt das politische Korrektiv.

… Ziel ist nicht mehr die Persönlichkeitsbildung reifer, mündiger Menschen, sondern die Heranbildung von Funktionären, die ihre Rolle maximal erfüllen.

Die Social Media wirken als Verstärker und „Selbsterzieher“ im weltumspannenden Programm der Deprivatisierung und Gleichausrichtung, das oft freiwilliger Gleichschaltung entspricht.

Alles, um in umfassendem Selfmanagement mit klugem Zeitmanagement das Leistungspotenzial zu steigern, mehr aus sich herauszuholen, erfolgreich zu sein und zu bleiben. Um Gewinner zu sein, um kein Loser zu werden. Cui bono?

Aus: Haimo L. Handl – Selbstoptimierung | Wiener Zeitung

Vierstundentag

Im Eifer des Gefechts der Kämpfe für den Achtstundentag produzierten die Industrial Workers of the World in den 30ern bereits Flugblätter mit Comiczeichnungen für das, was sie als ihr nächstes großes Ziel ansahen: den Vierstundentag, die Viertagewoche und einen Lohn, von dem jeder leben kann.

… Ein neuer amerikanischer Traum hat den alten inzwischen Stück für Stück ersetzt. Statt Freizeit oder Müßiggang, ist der Konsum die neue patriotische Pflicht. Konzerne können alles—von Umweltzerstörung bis zum Bau von Gefängnissen—damit rechtfertigen, Arbeitsplätze zu schaffen. Eine humanistisch-liberale Bildung, die früher dazu diente, die Leute anzuhalten, ihre freie Zeit weise zu nutzen, ist zu einem teuren und ineffektiven Berufsausbildungsprogramm umgebaut worden. Wir haben aufgehört uns vorzustellen, dass unsere Enkelkinder es einmal leichter haben könnten als wir.

… Peter Frase, ein Herausgeber des Jacobin Magazin und einer der fähigsten Verfechter eines kürzeren Arbeitstages macht sich für ein bedingungsloses Grundeinkommen stark. Menschen, deren Grundeinkommen gesichert ist, könnten selbst entscheiden, wie viel Geld sie zusätzlich erarbeiten möchten. Aber solange es keine wirklich mächtige und lautstarke Bewegung gibt, die sich hinter solche Forderungen stellt, werden Politiker und andere Eliten weiter behaupten, dass das Geld dafür nicht reicht.

Aus: Nathan Schneider – Wer hat den Vierstundentag geklaut? | VICE Alps

Versuchen Sie’s mal mit Dummheit

Die Idee des „Postwachstums“ basiert auf der richtigen Einsicht, dass Nachhaltigkeit mit dauernder wirtschaftlicher Expansion nicht vereinbar ist – und sieht den einzigen Weg in die „Postwachstumsgesellschaft“ in radikalen Veränderungen des individuellen Verhaltens. Dass diese Veränderungen erstens nicht ausreichen und zweitens wesentlich durch gesellschaftliche Rahmenbedingungen geprägt werden, bleibt unterbelichtet. […]

All diese Ideen für eine nachhaltige Entwicklung von Wirtschaft und Gesellschaft sind auf populistische Weise zweifelhaft – zumindest dann, wenn man Freiheit, Kreativität und Demokratie für wichtig erachtet. Der politische Mainstream hält diese Werte zumindest rhetorisch hoch – und macht es am Ende nicht besser. Letztlich wird uns auch hier eine einfache „Lösung“ für nahezu alle gesellschaftlichen Probleme verordnet: Wachstum, Wachstum und nochmal Wachstum. […]

„Ich weiß schon (…), das alles ist sehr kompliziert, so wie diese Welt, in der wir leben und handeln, und die Gesellschaft, in der wir uns entfalten wollen. Haben wir daher den Mut, mehr als bisher auf diese Kompliziertheit hinzuweisen; zuzugeben, dass es perfekte Lösungen für alles und für jeden in einer pluralistischen Demokratie gar nicht geben kann.“ (Fred Sinowatz)

Und was sind in dieser komplizierten Situation wirksame Mittel gegen den Populismus der einfachen Lösungen? Nun: Humor wird auch hier nicht schaden – die Naivität mancher populistischer Vorschläge lädt durchaus zum Lachen ein. Und: Bildung! Menschen, die die Kompliziertheit der Welt kennen und sie als Teil demokratischer Politik anerkennen, gehen populistischen Parolen wahrscheinlich weniger leicht auf den Leim als Leute, die wenig wissen – und daher alles Mögliche glauben. […]

Gute Bildung allein wird wohl nicht verhindern, dass Menschen auf platte Wahlkampfrhetorik hineinfallen oder sich bei der Suche nach Orientierung von einfachen „Lösungen“ begeistern lassen – aber schaden wird sie gewiss auch nicht. Wie heißt es so schön: Wenn Ihnen Bildung zu teuer ist, versuchen Sie’s mal mit Dummheit.

Aus: Fred Luks – Es ist alles sehr kompliziert – über Öko-Populismus | derStandard

Marlene Streeruwitz

„Es läuft ja diese Burnout-Diskussion. Statt dass nun darüber gesprochen würde, was das für eine Gesellschaft ist, die dieses epidemische Burnout produziert, wird über das Symptom gerätselt. Das finde ich süß, das finde ich richtig herzig. Das ist aber genau der Punkt, wo diese Vermeidung stattfindet. Und statt dass nun alle Burnout-Personen sich zusammenrotten und, so wie die Homosexuellen das gemacht haben, sagen: Wir sind hier, wir haben eine Würde, und wir wollen ernstgenommen werden, sitzen alle brav und still zu Hause und schlucken ihre Medikamente.“

„… und wir können uns überlegen, was es nun bedeutet, dass alle so lange in die Schule gegangen sind und vom Staat im Staat unterwiesen wurden, wobei am Ende nichts rauskommt außer Eingewiesene. Das ist eine traurige Bilanz, und hier würde ich der ÖVP den Vorwurf machen, durch die Verhinderung tiefgreifender Bildungsreformen, bzw. durch den Rückbau der Universitätsorganisation die Bildung wieder auf den Stand von Mitte des 19. Jahrhunderts gebracht zu haben. Heute geht es nicht wie damals darum, Personen heranzubilden, die die allgemeine Wehrpflicht erfüllen, heute geht es darum, die allgemeine Wirtschaftspflicht durchzusetzen. Es geht um Soldaten für die Wirtschaft.“

Quelle: derstandard.at

Rassismus – Eine einfache Antwort auf die Schwierigkeiten im Leben

Rassismus gab es schon immer. Und die Politiker haben ein lukratives Geschäft aus ihm gemacht. Es ist leichter, Fremdenhass zu verbreiten, als Respekt für das Andere zu etablieren. Der Mensch neigt auf die niedrigsten Instinkten zurückzufallen, insbesondere dann, wenn bestimmte Situationen ihn verunsichert haben, aus die er keinen Ausweg mehr wusste. Rassismus ist die Faulheit des Denkens, um nicht zu sagen die Weigerung, überhaupt zu denken. Es wird immer jemanden geben, der an Ihrer Stelle denkt und Ihnen eine vereinfachte Analyse Ihres Unwohlseins anbietet.

[…]
Es muss deutlich ausgesprochen und ununterbrochen wiederholt werden, dass Angst und Ignoranz diese Plage nähren, deren Funktionsweise mit Wissen und Intelligenz ganz leicht aufgedeckt werden kann: Indem man diskutiert und Tabus ausräumt.

Zusätzlich zu dieser Wachsamkeit, an der es die anderen politischen Parteien so unsagbar fehlen lassen, müssen pädagogische Ansätze in den Schulen entwickelt und eine kontinuierliche und in die Tiefe gehende Aufklärungsarbeit geleistet werden. Solange ihr Geist noch unbefleckt ist, müssen Kinder erfahren, worauf Rassismus aufbaut, welche Geschichte und welche verheerenden Folgen er hat und wie unmenschlich er ist.

[…]
Meist denkt man dann, der Rassismus nimmt zu, und [vergisst] dabei, dass er schon immer da war. Tief verwurzelt in den Denkweisen und immer bereit, sich dann auszubreiten, wenn sich die Niedergeschlagenheit [der Menschen] und ihre Arroganz verschärfen, die sie brauchen, um ihr eigenes Dasein zu empfinden, aber vor allem, um sich anderen überlegen zu fühlen.

Quelle: presseurop.eu

Berufsanforderung Beharrlichkeit

Zitate von Sascha Lobo:

Das Studium war ein Hort der strukturierten Ineffizienz.

Die Uni war ein Trainingscamp für Selbstdarsteller. Ich meine das gar nicht abfällig. Es gab einen Wettbewerb der Selbstinszenierung. Oft ironisch gebrochen, sonst ist so was ja kaum zu ertragen.

Selbstbeauftragung. Ich gebe mir Aufträge zur Verbesserung der Gesellschaft, die auch die Verbesserung meiner Position bedeuten.

Nein, der fehlende Aufschrei nach der Überwachungsaffäre liegt am fehlenden Abstraktionsvermögen vieler Menschen. Die NSA spioniert mich aus, aber trotzdem kann ich entspannt ein Bier trinken gehen. Es braucht sehr lange, etwas, das unsichtbar und scheinbar folgenlos ist, als Bedrohung zu begreifen.

Und selbst der deppenhafteste Abschluss sagt etwas aus: Wer ein Studium abgeschlossen hat, beweist damit die Beharrlichkeit, auch bescheuerte Dinge zu Ende bringen zu können. Da sind viele Unis in ihrer Bescheuertheit eine gute Schule, die mehr Realität vermittelt, als einem lieb ist. Beklopptes zu Ende machen zu können, beschreibt viele Berufsanforderungen ganz gut.

Quelle: carta.info