Reines Gewissen

Jahrelang hat Europa dem Elend in Afrika hilflos zugesehen und hat sich zu Komplizen der Despoten, Kelptokraten und Menschenschlächter gemacht. Hauptsache die Geschäfte mit deren Blut-Geld sind gut gelaufen und die Diktatoren haben gut bei uns eingekauft.

Waffen von Heckler & Koch, Kanonen von Rheinmetall, Panzer von Krauss-Maffei und U-Boote von der Kieler Howaltswerft.

Um unser Gewissen zu beruhigen, verkaufen wir den armen Ländern Afrikas unsere hochsubventionierten Lebensmittel mit dem Erfolg, dass deren Bauern nicht mehr konkurrenzfähig sind. Ihre Länder veröden und die hungernden Familien vom Land ziehen in die Elendsviertel der Grossstädte. Die Bilder der hungernden und kranken Kinder Afrikas gingen um die Welt.

Wir fühlten uns gut, wenn wir einmal im Jahr eine Spendengala veranstalteten und immer zu Weihnachten Geld für die Kinder in Afrika spendeten. Unser Gewissen ist rein.

“Es kommt nicht darauf an, den Menschen der Dritten Welt mehr zu geben, sondern ihnen weniger zu stehlen”. (Jean Ziegler)

Aus: Rainer Kahni – Der Agrar – Wahnsinn | der Freitag

dazu passend:

Christine Wicht – Buchbesprechung: Jean Ziegler „Das Imperium der Schande“ | NachDenkSeiten

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