Für Gott und Vaterland

Die Rüstungsarbeiter bezahlen Kirchensteuern, und als Gegenleistung bieten wir Seelsorge und erbauliche Unterhaltung in der Kirche – und schweigen über die Waffenproduktion.

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Der Militärseelsorge in ihrer jetzigen Form fehlt einfach die kritische Distanz zum Militär. Das sieht man auch daran, dass es in über 50 Jahren Bundeswehr kaum je einen Militärpfarrer gab, der die Soldaten an der Front zur Kriegsdienstverweigerung aufgefordert hat. Vielmehr trösten und bespaßen Militärpfarrer die Soldaten an der Front, kümmern sich um die Angehörigen zu Hause und sprechen, im schlimmsten Fall, am Grab schließlich salbungsvolle Worte. Auf diese Weise unterstützt die Militärseelsorge – wissentlich oder unwissentlich – Militär und Krieg.

Aus: Jens Wernicke, Interview mit Volker Marquart – Für Gott und Vaterland | NachDenkSeiten

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