Österreich und seine Süchte

Die neue Gesundheits-Ministerin hat […] in ihrer Eigenschaft als oberste Wahrerin der hiesigen Volksgesundheit einen bezeichnenden Satz gesagt: „Wir kämpfen mit aller Macht gegen sämtliche Süchte die es gibt.“

Für ein Land, in dem Saufen Staatsreligion, das Festzelt der Tempel und das Unter-den-Tisch-Saufen Neu-Gründungs-Mythos ist, in dem Trunkenheit mit Gemütlichkeit gleichgesetzt wird, die daraus resultierende geistige Vernebelung als Denkgrundlage und das entstehende Gebrabbel als Debatte gilt, ist das ein ganz gewaltiger Satz.

[…] Für die politisch Verantwortlichen geht es letztlich darum das Leben (und zwar für alle) besser und so lebbar zu machen, dass das Verlangen nach Verdrängung, das Wegmachenwollen einer schiachen Wirklichkeit so gering wie möglich ist. Das verringert dann auch die Verwendung von harten Drogen jeder Art (egal ob Meth, Gabalier oder alpendonauinfo) dramatisch. Und schon verflüchtigt sich die kriegerische Kampf-Rhetorik dorthin wo sie hingehört: ins Nichts. Ins Reich der verdrucksten politischen Floskel.

Aus: Martin Blumenau – The daily Blumenau | fm4

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