Szenarien von Zukunftskatastrophen

STANDARD: „Die Würde ist antastbar“ spielt nun auch auf die Bedrohung des Terrorismus an, allerdings unter anderen politischen Vorzeichen.

Von Schirach: Das ist die Bedrohung unserer Zeit. Wir glauben, wir seien heute in Sicherheit. Aber das ist falsch. Nach diesem abgeschossenen Flugzeug geht ein Murren durch die Welt, Vergleiche mit 1913/14 beschäftigen uns schon das ganze Jahr. Es gibt ein dunkles Gefühl, dass wir an einer Schwelle stehen. Ich bin mir nicht sicher, ob die Gesetze dann halten werden. Wir sollten vorsichtig sein, wirklich jeder Schritt muss sehr gut überlegt sein, es gibt keine schnellen Lösungen. Gesetze sind Prinzipien. Dann passiert etwas, und alle wollen sofort, dass wir nur nach diesem Einzelfall entscheiden – wenn es sein muss, auch gegen die Gesetze. Aber wenn wir anfangen, unsere Entscheidungen nach Einzelfällen zu richten, sind wir verloren. Und das geht sehr schnell.

STANDARD: Ist das wirklich vorstellbar?

Von Schirach: Ich fürchte ja. Nehmen Sie nur an, es gibt eine neue Bankenkrise, eine ernstere. Die Arbeitslosenquote steigt innerhalb von zwölf Monaten auf 50 Prozent. Strom wird teuer, weil Russland kein Gas mehr liefert. Sie glauben gar nicht, wie schnell sich die Gesellschaft und damit die Gesetze verändern würden.

Quelle: derstandard.at

 

Der Mensch hat sich verschuldet, in dem er die Ressourcen der Erde verschwendet hat, sodass der Kollaps nur eine Frage der Zeit war. Und schuld, weil er jegliche Menschlichkeit ob des ausgebrochenen Überlebenskampfes über Bord wirft, wodurch er letztlich selbst das Ende der Menschheit eingeläutet hat. Denn womöglich ist erst die große soziale Katastrophe das tatsächliche Ende der Menschheit.

Quelle: derstandard.at

Advertisements