Das Chlorhuhn – Infoschlacht um TTIP

Das TTIP birgt noch weitere Probleme, aber diese Regelung ist sein Kern: Sie würde bedeuten, dass die Industrie – alle Industriesparten – sich auf beiden Seiten des Atlantiks die jeweils lockere Regulierung aussuchen könne. Eine laxere Regulierung wird damit zu einem Standortvorteil und es beginnt ein Wettlauf zwischen den zwei großen demokratischen Marktwirtschaften um den jeweils schlechteren KonsumentInnen- und Umweltschutz.

Klingt immer noch viel zu technisch, oder?

[…]
Man muss die Sache besser erklären, da kommt das Chlorhuhn ins Spiel. In den USA darf Hühnerfleisch vor dem Verkauf mit Chlor behandelt und haltbar gemacht werden, in Europa nicht. Leute, das TTIP beschert euch ein Chlorhendl aus amerikanischen Farm-Fabriken auf dem Teller und vielleicht muss es nicht mal gekennzeichnet werden!
Das funktioniert.

[…] weil die Reduktion auf ein besonders verständliches Beispiel auch eine Gefahr birgt: Die Verhandler entschärfen das Symbol und die aufgebaute Energie verpufft. Im konkreten Fall: Wir kampagnisieren gegen das Chlorhuhn, dann gibt’s eine Ausnahmeregelung dafür – und für Millionen anderer Produkte werden die Standards gesenkt. Auf das Argument „Was wollts, das Hendl bleibt eh sauber“ können wir dann nur noch „Ja, aber“ antworten. Kampagne tot, TTIP durchgegangen.

Quelle: reimon.net

Advertisements