Der letzte Schuss: Die Zinssenkung der EZB

Dass die EZB jetzt mit einer Zinssenkung versucht, eine offene Deflation zu vermeiden, ist löblich, wird aber nicht viel bewirken, weil die Akteure auf den Finanzmärkten das billige Geld wieder ins weiterhin sperrangelweit geöffnete Finanzkasino tragen werden statt sich in der gegenwärtigen konjunkturellen Schwächphase auf das Risiko realer Sachinvestitionen einzulassen.

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Wer jetzt noch Flexibilität der Arbeitsmärkte und Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit predigt, ist unmittelbar für die desaströsen Folgen dieser verantwortungslosen Politik verantwortlich.

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Es wird so gern mit der Ruhe an der Zinsfront der Kapitalmärkte argumentiert, um den Nachweis zu erbringen, die Eurokrise sei, wenn schon nicht vollständig überwunden, so doch auf dem besten Wege abzuklingen. Das aber ist nicht nur Wunschdenken, es ist eine verheerende Einstellung zur Situation der Millionen Arbeitslosen vor allem in Südeuropa. Wie kann man eine Krise auch nur entfernt als in Überwindung begriffen einstufen, wenn Massen von Menschen nicht wissen, wie sie wirtschaftlich über die Runden kommen sollen, ob sie noch ein Dach über dem Kopf haben werden und genug auf dem Teller, um satt zu werden.

Quelle: flassbeck-economics.de

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